Sojasauce, Tamari, Worcestershire… und Shroom Boom? Der große Vergleich

Christian Vetter

Ob Sojasauce, Tamari, Worcestershire oder Shroom Boom – all diese Saucen haben eine Mission: maximaler Geschmack bei minimalem Aufwand. Der Shortcut zu Tiefe, Umami, dem berühmten „Mmmh" nach dem ersten Bissen. Aber wie unterscheiden sie sich wirklich – geschmacklich, in der Herstellung und in Sachen Ethik?

Sojasauce: Der Klassiker mit Kanten

Herkunft: China, Japan, Korea – jede:r macht's ein bisschen anders. Basis: Sojabohnen, manchmal Weizen, fermentiert mit Koji. Geschmack: Salzig, würzig, leicht bitter, manchmal metallisch.

Problem: Industriell hergestellte Sojasaucen reifen oft gar nicht – sie werden hydrolysiert. Schnell zusammengekocht statt langsam fermentiert. Funktioniert für Bowls und gebratenen Reis, ist aber geschmacklich eindimensional.

Tamari: Die glutenfreie Schwester mit Tiefgang

Herkunft: Japan. Ursprünglich Nebenprodukt bei der Miso-Herstellung. Basis: Fast reine Sojabohnen, ohne Weizen – daher oft glutenfrei. Geschmack: Etwas runder und weniger salzig als Sojasauce, mit mehr Tiefe.

Ideal für Sushi, Dressings, Marinaden – für alle, die's etwas feiner mögen. Aber auch hier gibt's große Unterschiede zwischen handwerklich und industriell.

Worcestershire: Der britische Umami-Frankenstein

Herkunft: England, 19. Jahrhundert – ein Kolonial-Mashup mit Asia-Vibes. Zutaten: Sardellen, Melasse, Essig, Zwiebeln, Tamarinde, Zucker, Gewürze. Geschmack: Süß-sauer, würzig, funky, fischig.

Perfekt für Bloody Marys und Caesar Salad. Problem: Oft nicht vegan, nicht transparent, selten lokal.

Shroom Boom: Die urbane Antwort auf alles

Herkunft: Köln – made by Pilzling, einer urbanen Pilzfarm mit Geschmack und Haltung. Basis: Bio-Pilze (Shiitake, Kräuterseitlinge), fermentiert mit Koji.

Drei Produkte, ein Prinzip:

Geschmack: Tief, funky, elegant – pure Veredelung. 100 % vegan, lokal produziert, nachhaltig aus Pilzresten.

Wer macht das Rennen?

Es kommt drauf an, worauf du stehst:

  • Salzigkeit pur? Sojasauce.
  • Tiefe mit glutenfreien Vibes? Tamari.
  • Weird und würzig? Worcestershire.
  • Volles Umami ohne Tier, ohne Trash, mit Stil? Umami Drip.

Und ja, wir sind parteiisch. Aber nur, weil wir es probiert haben. Und weil's nicht nach altem Fisch schmeckt – sondern nach Zukunft.

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