Küchenchek: Wie sauber sind deine Lieblingssaucen wirklich?
Christian VetterShare
Du gibst dir Mühe mit Bio-Gemüse und selbstgemachtem Kimchi – aber was kippt da eigentlich aus deiner Sojasaucenflasche? Ein Spritzer hier, ein Löffel da, und der Geschmack stimmt. Aber was steht wirklich auf dem Etikett? Zuckerkulör? Geschmacksverstärker? Weizenhydrolysat? Willkommen beim Küchencheck.
Sojasauce: Der Klassiker mit zwei Gesichtern
Klingt gesund, ist fermentiert, kommt aus Asien. Aber nur, wenn's gut gemacht ist. Viele industrielle Sojasaucen sind nicht fermentiert, sondern chemisch hydrolysiert – billiger, aber geschmacklich eindimensional.
Check das Etikett: Wasser, Soja, Weizen, Salz – alles gut. Aber Achtung bei Geschmacksverstärkern, E150 (Zuckerkulör), Hefeextrakt und Konservierungsstoffen. Salzgehalt teilweise bis zu 18 %. Achte auf „natürlich gebraut" oder Bio-Label.
Tamari: Die saubere Schwester
Weniger bekannt, aber oft sauberer. Glutenfreie Variante von Sojasauce, traditionell ein Nebenprodukt der Miso-Herstellung. Häufig kürzere Zutatenlisten, weniger Zusatzstoffe. Bio-Tamari oft nur: Sojabohnen, Wasser, Salz, Koji. Salzgehalt auch hoch – aber intensiverer Geschmack bedeutet, du brauchst weniger.
Worcestershire: Der geheime Fisch im Regal
Viele lieben sie für den komplexen Geschmack – aber kaum jemand weiß, was drinsteckt. Sardellen, Essig, Zucker, Melasse, Tamarindenextrakt, künstliche Aromen. Und oft: Konservierungsstoffe wie Sorbate.
Was du findest: E150c (Ammoniak-Zuckerkulör), Kaliumsorbat, nicht deklarationspflichtige Aromen, Zucker auf Platz 2 oder 3. Für Küchenklassiker ein Muss – aber kein Clean-Eating-Wunder.
Fischsauce: Tief, aber oft zweifelhaft
Gute Fischsaucen haben wenige Zutaten: Fisch, Salz, Zeit. Keine Zusatzstoffe, klar und bernsteinfarben. Miese Fischsaucen: Zucker, Konservierungsmittel, künstliche Aromen, billiger Fischmatsch. Salzgehalt bis zu 25 %.
Umami Drip: Clean Label trifft Deep Umami
Die neue Generation: fermentierte Sauce auf Pilzbasis. Umami Drip setzt auf lokale Bio-Pilze und Koji-Fermentation, ganz ohne Bullshit.
Was nicht drin ist: Keine Konservierungsstoffe, kein zugesetzter Zucker, nichts Tierisches, kein künstlicher Umami-Trick. Was drin ist: Pilze, Koji, Zeit – und maximal Geschmack.
Sauber essen heißt auch sauber würzen
Saucen sind Geschmackskonzentrate – aber auch das perfekte Versteck für alles, was du eigentlich nicht in deiner Küche willst. Additive, E-Stoffe, billig zusammengepanschter Geschmack – all das kann sich hinter einem Löffel Supermarkt-Sauce verstecken.
Dabei geht's auch anders: Fermentation statt Fake-Aroma. Pilze statt Firlefanz. Koji statt Konservierer. Schmeiß die Zuckerkulör-Bomben raus und gönn dir stattdessen fermentiertes Gold.